Wer bin ich?

Ich glaube nicht, dass die Frage nach dem Glück das Leitmotiv unserer Gesellschaft ist. Noch in den Kinderschuhen, glauben wir, dass wir Glück verfolgen. Mitunter aber sind wir gezwungen unsere Perspektive zu wechseln.

Psychologin: Wie fühlst du dich?
Norman: Ich fühle mich häufig gelangweilt.
Psychologin: Gelangweilt? Wie gelangweilt?
Norman: Alles, was ich anfange, wird oftmals sofort langweilig.
Psychologin: Was genau?
Norman: Zum Beispiel, beginne ich ein Computerspiel und es macht einfach keinen Spaß.
Psychologin: Meinst du gelangweilt oder sinnlos?

In diesem Moment dachte ich nach. Zum ersten mal merkte ich, dass, dass das Wort ’sinnlos‘ die Situation viel besser beschrieb. Aber warum, benutzte ich es nicht zuvor? Mit 16 Jahren merkte ich, dass ich an Depression litt, vielleicht ein Resultat jahrelanger Demütigung zuvor, in denen ich keine Sicherheit finden konnte.

Tatsächlich suchte ich nun keine Unterhaltung, keine kurzwährendes Computerspiel, ich suchte Sinn. Wie aber finden wir Sinn?

Glück gibt es an jeder Straßenecke: Es gibt Bars, Unterhaltung, Rauschmittel, Nahrung, nur eines gibt es nicht direkt: Freundhscaft und anhaltende Anerkennung.

 

Mit 16 Jahren zog meine Schwester aus. Zuvor war mir vieles peinlich. Las ich ein Buch, war das irgendwie auf ihrem Programm und sie spendete, ungewollte Aufmerksamkeit, eine Mischung aus Sarkasmus, Neugier und Kontrolle. Es war nicht schlimm, aber die Worte: „Du liest ein Buch?“ Mit übertriebener Überraschung, diese Worte ließen mich nicht wohl fühlen.

Sie zog aus und ich bekam Privatheit und ein Zimmer. Ich begann, wenn auch sehr langsam, Bücher zu lesen. Außerdem stellten wir ein billiges Roland-Klavier ins Zimmer. Ich spielte Klavier, so viel, dass meine Eltern sich beschwerten. In diesen Momenten interessierte mich nicht mehr der Computer, sondern es wurde eine Sinnsuche.

Nun sitze ich hier und wie ich es einst bei Sloterdijk las. „Irgendwann blättern sich die beschriebenen Seiten um und werden zu schreibenden.“

Ein Gedanke zu „Wer bin ich?“

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